May 2, 2019
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10 Fragen an: Matthias Pairits

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erzlich Willkommen liebe Freunde der Schutz- und der Leittechnik! Die Vernetzung unserer Leser, also die Vernetzung von Entwicklern, Ingenieuren, Lieferanten, Betreibern, Verkäufern, Programmierern, Studenten sowie Jung und Alt ist das Wichtigste, ein starkes Netzwerk die Basis von gemeinsamen Erfolg. Aus diesem Grund haben wir unsere Serie "10 Fragen an: ... " in die Welt gerufen. Wie immer stellen wir einen treibenden Akteur der schutz- und leittechnischen Welt vor.

In unserem neuen Beitrag unserer hochinteressanten Serie stellen wir Herr Matthias Pairits vor.

Matthias Pairitz schutztechnik.com
Matthias Pairits

Nach dem Studium der Elektotechnik an der TU Wien begann er 1998 bei der ELIN Energieversorgung GmbH (Vorgängerfirma der ANDRITZ HYDRO GmbH) in der Schutzabteilung und war Projektleiter und Inbetriebsetzungsingenieur von Schutzsystemen für Kraft- und Umspannwerke bei Projekten auf verschiedenen Kontinenten. Er war auch maßgeblich an der Entwicklung des dezentralen, digitalen Sammelschienenschutzes beteiligt. Seit 2011 leitet er die Abteilung Schutztechnik in der ANDRITZ HYDRO, die auch weltweit das Center of Competence (CoC) für die Schutztechnik im Konzern ist.

Los geht's mit 10 Fragen an: Matthias Pairits

1. Wann und Wo sind Sie geboren?

1970 in Eisenstadt, Burgenland, Österreich.

2. Warum sind Sie Ingenieur geworden?

Mein Vater war bei der BEWAG (Burgenländische Elektrizitätsgesellschaft – heute Energieburgenland) beschäftigt. Neben der Elektrotechnik war er auch in anderen Bereichen ein ‚Selfmade‘-Mann, der gerne alle möglichen Dinge selber herstellte und reparierte und sich auch eine ansehnliche private Werkstatt mit vielen Maschinen eingerichtet hat. Dort habe ich in meiner Jugend doch einige Zeit verbracht, das hat mein Interesse für dieTechnik geweckt und mein Talent dafür gezeigt. Der Besuch der Höheren Technischen Lehranstalt für Elektrotechnik in Wr. Neustadt war dann der nächste logische Schritt.

3. Auf welche Universität sind Sie gegangen?

Technische Universität Wien, Fakultät für Elektrotechnik, Studienrichtung "Industrielle Elektronik und Regelungstechnik", Fächertausch im 2. Studienabschuss zum Thema "Betriebswirtschaft" auf der Technischen Universität Wien und Wirtschaftsuniversität Wien.

4. Wie kamen Sie zur Schutz- und Leittechnik?

Die damalige Firma ELIN Traktion hatte eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Regelungstechnik der Technischen Universität Wien und ich wurde nach meinem Studium angeschrieben, ob ich nicht bei der Firma ELIN Traktion beginnen wollte. Die angebotene Arbeit schien mir nicht interessant, aber das Personalbüro der Firma ELIN informierte mich, dass in der Abteilung Schutz und Erregung eine Stelle frei sei. Die vielfältigen Aufgaben (die Abteilung war vom Beginn des Projekts bis zur Enddokumentation verantwortlich), vor allem aber die Möglichkeit zu Reisen in weite Länder waren letztendlich die ausschlaggebenden Kriterien für meine Zusage.

5. Was war Ihr persönlich größter Erfolg im Beruf?

Die Möglichkeit interessante Dinge zu machen, die mich persönlich weitergebracht haben und auch der Firma einen wirtschaftlichen Erfolg brachten.

6. Würden Sie im Rückblick Dinge anders machen?

Nein, eigentlich nicht.

7. Wo sehen Sie die Schutz- und Leittechnik im Jahr 2029?

In der Schaltanlage sehe ich den Schutz auf Basis IEC61850 (mit oder ohne sampled values ist die Frage – die nichtkonventionellen Wandler kommen doch schleppend auf den Markt). Im Kraftwerksbereich gibt es Kunden, die sich hinsichtlich Kommunikation auf Altbewährtes besinnen (wie IEC60870-5-103), um sich mit dem Thema CyberSecurity beim Schutz nicht beschäftigen zu müssen; andere Kunden setzen auf IEC61850. Diese Zweiteilung wird es wohl auch noch im Jahr 2029 geben, falls die Hersteller diese Möglichkeit bieten. Die Ingenieure, die sich mit dem Schutz beschäftigen, gehen in Richtung Generalisten; das Wissen über die Grundlagen des Schutzes nimmt ab.

8. Was ist Ihr Lebensmotto?

Du bist für dein Leben zum großen Teil selbst verantwortlich– mach was draus. Und das Glas ist immer halbvoll – die guten Sachen sehen und optimistisch bleiben.

9. Was können Sie anderen Ingenieuren an die Hand geben oder raten?

Grundlagen lernen – sie sind nicht umsonst. Breites Wissen fördert die Kreativität und den Mut, neue Wege zu beschreiten.

10. Haben wir eine wichtige Frage vergessen, die wir Ihnen hätten stellen sollen?

Nein.

HERZlichen Dank an Matthias Pairits

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