Dec 17, 2017
 in 
Sonstiges

10 Fragen an: Thomas Schossig

H

erzlich Willkommen liebe Freunde der Schutz- und der Leittechnik! Die Vernetzung unserer Leser, also die Vernetzung von Entwicklern, Ingenieuren, Lieferanten, Betreibern, Verkäufern, Programmierern, Studenten sowie Jung und Alt ist das Wichtigste, ein starkes Netzwerk die Basis von gemeinsamen Erfolg. Aus diesem Grund haben wir unsere neue Serie "10 Fragen an: ... " in die Welt gerufen. Von nun an stellen wir regelmäßig die treibenden Akteure der schutz- und leittechnischen Welt nach und nach vor.

Wir beginnen in unserem ersten Beitrag dieser brandneuen Serie mit Thomas Schossig von der Firma Omicron. Viele werden Ihn bereits kennen, aber längst nicht alle, die meisten sicherlich als Co-Autor des Standardwerkes "Netzschutztechnik".

Los geht's:

Thomas Schossig

Schossig, Thomas

Seine berufliche Tätigkeit begann 1998 bei der VA TECH SAT GmbH in Waltershausen, zunächst als Projektingenieur für Leittechnik-Projekte, dann als Gruppenleiter Schutztechnik. Seit 2006 ist er als Product Manager bei OMICRON electronics GmbH in Klaus (Österreich) beschäftigt. Im Business Development Power Utility Communication beschäftigt er sich mit Prüflösungen für die IEC 61850.Er ist Autor diverser Veröffentlichungen im Bereich Kommunikation in Schaltanlagen bzw. Schutzprüftechnik und Mitglied von Normungsgruppen.

Kontakt: thomas.schossig@omicronenergy.com

10 Fragen an: Thomas Schossig

1. Wann und Wo sind Sie geboren?

1970 in Gotha in Thüringen. Das lag damals in einem kleinen Land namens DDR, dessen System & Regierung der Meinung war, für alle Zeiten Menschen, Meinungen, Gedanken und Lebensläufe kontrollieren zu können.

Dann kam es ganz schnell ganz anders. Für mich überraschend und eine sehr prägende Erfahrung. Der Zusammenbruch kam zum richtigen Zeitpunkt, um eine weitestgehend lustige DDR-Kindheit und Jugend bewusst erlebt zu haben und eine sehr gute Berufsausbildung zum Elektromonteur mit Abitur in Falkenberg absolvieren zu können. Aber rechtzeitig, um mir Lebenszeitvernichter wie die Nationale Volksarmee zu ersparen. Ohne diesen Umbruch hätte ich nicht die Möglichkeiten gehabt, die ich hatte und wäre ich nicht da, wo ich heute bin- weltweit unterwegs und tätig in Österreich.

2. Warum sind Sie Ingenieur geworden?

Es gibt die Legende, dass mir in einem Schutztechniker-Haushalt, mein Vater war Relais-Ingenieur beim Energiekombinat Erfurt und ist heute im Ruhestand immer noch einer der ganz Aktiven, Chronist und Wissensträger  der Branche, ein Fachbuch auf den Kopf gefallen ist. Das erklärt sicherlich manches.

Von daher waren Ausbildung und Studium fast unumgänglich… Arbeitsgemeinschaften an der „Station Junger Techniker und Naturforscher“ (ja, so hieß das wirklich)  ebneten den Weg zur Elektronik/ Elektrotechnik.

3. Auf welche Universität sind Sie gegangen?

Im Gegensatz zur Planung des Systems habe ich dann ab 1992 in Thüringen an der TU Ilmenau Elektrische Energietechnik studiert.

4. Wie kamen Sie zur Schutz- und Leittechnik?

Um da etwas anderes zu machen als mein Vater habe ich statt der Schutztechnik lieber mit der Leittechnik schon während des Studiums bei der damaligen SAT in Waltershausen angefangen. Die Abteilung „Forschung und Entwicklung“ des Energiekombinats Erfurt war der Kern des SAT-Teams in den neuen Bundesländern und das waren meine alten Kollegen. So startete ich als Projektingenieur. Im falschen Moment auf dem Flur gestanden kam ich zur 16,7 Hz Technik und machte lange Leittechnikprojekte für die Deutsche Bahn. Eine sehr gute und sehr lehrreiche Zeit. Später übernahm ich die Gruppe Schutztechnik und landete wieder beim Schutz.

5. Was war Ihr persönlich größter Erfolg im Beruf?

Immer etwas gemacht zu haben, was anerkannt wurde und bei dem ich mich weiterentwickeln konnte.

6. Würden Sie im Rückblick Dinge anders machen ?

Nein, eigentlich nicht.

7. Wo sehen Sie die Schutz- und Leittechnik im Jahr 2027?

IEC 61850 wird sich durchgesetzt haben, ob mit oder ohne Sampled Values wage ich nicht zu sagen. Schutz- und Leittechnik laufen als Apps auf zentraler Hardware oder Einzelgeräten. Kommunikation wird immer wichtiger. Hoffentlich immer noch viel Prüftechnik im Einsatz, gerne von OMICRON.

8. Was ist Ihr Lebensmotto?

Sei nett zu Jedem- man trifft sich immer mehrmals.

9. Was können Sie anderen Ingenieuren an die Hand geben oder raten?

Keine Angst vor neuer Technik oder alternativen Ansätzen. „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist kein Argument. Sei froh, dass Du in dieser Branche unterwegs bist- die Dichte an angenehmen Leuten ist erstaunlich hoch.

10. Haben wir eine wichtige Frage vergessen, die wir Ihnen hätten stellen sollen ?

Nö, eigentlich nicht.

HERZlichen Dank an Thomas Schossig ;-)

Omicron